Call for Papers: Time Travel. Historical Novels in the New Millennium (Stream B13, meeting of the Internationale Vereinigung für Germanistik, 23-30 August 2015, Shanghai)

Prof. Dr. Stephan Jäger, head of German Studies at the University of Manitoba, has advertised a call for papers for a stream (stream B13) at the 2015 meeting of the Internationale Vereinigung für Germanistik (conference theme: “German Studies Between Tradition and Innovation”), which will take place in August 2015 in Shanghai, China. Stream B13 will be dedicated to German-language historical novels and their evolution in the 21st century – the genre has undergone a renaissance since the 1980s. The stream will look at the market for German-language historical novels,  translations on the German-language market and the reception of German-language historical novels as translations in foreign contexts. Prof. Jäger requests proposals for papers (250-300 words); every stream can accomodate 15-30 papers and about a dozen have been accepted so far. Please send your abstract and a short bio/bibliography to Prof. Dr. Stephan Jaeger (stephan.jaeger@umanitoba.ca), Prof. Dr. Elena Agazzi (elena.agazzi@unibg.it), and Prof. Dr. Daniel Fulda (daniel.fulda@germanistik.uni-halle.de) by November 15, 2014 at the latest. You will receive a response within two weeks.

Since the conference language is German, Prof. Jäger’s more detailed desrciption can be found below in German:

Sektionsbeschreibung

In dieser Sektion soll untersucht werden, ob und wie sich der deutschsprachige historische Roman im 21. Jahrhundert verändert. Dieser hat seit den 1980er Jahren eine Renaissance erlebt. In literarisch anspruchsvollen Texten vom Generationen- und Familienroman bis zum metareflexiven Roman zeigt sich dies ebenso wie in der Unterhaltungsliteratur. Auf der einen Seite erfährt die Gattung dabei eine ständige Erweiterung und Hybridisierung, z.B. mit Autobiographie und Geschichtsschreibung. Auf der anderen Seite beweist sich der historische Roman als belletristisches Massenphänomen, vertreten in zahllosen Bestsellerlisten, das historische Stoffe, Personen, Räume und Stimmungen für ein gegenwärtiges Lesepublikum interessant und zugänglich macht. Die Sektion soll dabei ein weites Spektrum deutschsprachiger historischer Romane, Übersetzungen auf dem deutschsprachigen Markt sowie die Wirkung deutschsprachiger historischer Romane im internationalen Kontext untersuchen. Die Forschung zum neuesten historischen Roman steckt über Einzelstudien hinaus noch in ihren Anfängen, und so können gerade von der Sektion wichtige Impulse für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Vielfalt des Phänomens ‚Historischer Roman der Gegenwart‘ ausgehen. Zugleich kann sie entsprechend des Rahmenthemas des Kongresses – „Germanistik zwischen Tradition und Innovation“ – Fragen aufwerfen, wie ein traditionelles Gattungsverständnis der Germanistik einhergeht mit der innovativen, metareflexiven, medialen und hybriden Gattungsvielfalt historischer Darstellungen, die im heutigen Literatur- und Geschichtsdiskurs zu finden ist. Entsprechend wird der Untersuchungsgegenstand historischer Darstellungen im Roman von der Sektion weit gefasst.

Fragestellungen

In den Vorträgen können u.a. folgende Fragen angesprochen werden:

  1. Gibt es systematische Gattungsunterschiede zwischen historischen Romanen, die in einer ‚fernen‘ historischen Vergangenheit spielen, und zeitgeschichtlichen Romanen, die sich mit der NS-Zeit, der deutschen Teilung oder der Wiedereinigung sowie mit den verschiedenen Erinnerungsebenen von Ereignissen des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen?
  2. Hat sich die Gattung nach der Deutschen Einheit und im Internet-Zeitalter strukturell verändert, so dass die Gattungsgeschichte über Realismus/Historismus, Moderne und Postmoderne weiter fortzuschreiben ist?
  3. Inwiefern ist die Renaissance des historischen Roman durch spezifisch deutsche Umstände bedingt und/oder inwiefern hängt sie von interkulturellen Konstellationen ab
  4. Was bedeutet Geschichte im jeweiligen Text – aus Produzenten- wie aus Rezipientensicht?
  5. Wann werden an den historischen Roman Erwartungen der Faktentreue herangetragen?
  6. Welche Reflexionsformen werden zur Brechung einer Illusion des Vergangenen eingesetzt?
  7. Wie erzeugen die Texte historische Empathie? Was macht die Faszination des Fremden der Geschichte aus?
  8. Wie vermischen sich Probleme, Sprachformen und Einstellungen der Gegenwart mit der Vergangenheit, um das Identifikationspotential mit geschichtlichen Stoffen und Personen zu erschaffen?
  9. Wie übertragen sich die spielerischen und imaginativen Möglichkeiten der historischen Fiktion auf das Geschichtswissen und den Geschichtsdiskurs?
  10. Was bedeutet es, dass immer mehr Leser (sowie Zuschauer von Fernsehdramen und Spielfilmen) sich durch fiktionale Darstellungen historisch zu bilden meinen?
  11. Welche Geschichtsformen prägen heute das kulturelle Gedächtnis und welche gesellschaftliche Reichweite haben sie jeweils?
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